Frankreich? Äh – heute nicht.

29/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

 

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Il n’y a pas de problème

28/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

In der Ecke meines Büros liegt ein hässlicher Haufen aus Kleidung, losem Papier und Tampons. Um den Koffer fallen die Dinge.  Hüte und Schals, Kochbücher und Sommerkleider, die ich nicht brauchen werde, denn in Frankreich wird es Winter für mich, deswegen habe ich sie auf meinen Vielleicht-Stapeln verteilt: Vielleicht wird es in Amiens ja gar nicht so kalt – Vielleicht hätte ich mir mal lieber gefütterte Gummistiefel kaufen sollen.  Daneben vereinzelt Löffel und Küchenmesser, eine Müslischale und eine McCafé-Kaffeetasse (Mocha Rocka). Tatsächlich sorge ich mich um mein häusliches Wohl.

Kofferpacken mit Frankreich-Bezug. Foto von mir.

Kofferpacken mit Frankreich-Bezug. Foto von mir.

Nach allem, was ich in diversen Erasmus-Berichten gelesen habe, halte ich Armeegeschirr für den Aufenthalt in einem französischen Studentenwohnheim derzeit für vorteilhaft. Einen Seesack habe ich schon. 90 Liter und schwarz, mein Kopf passt hinein, meine Schultern auch. Eigentlich geht er mir bis zum Dekolleté. Wenn da meine Daunenbettdecke hineinpassen würde, wäre das formidable.

Ich bin jetzt in einem Alter, da reicht der Schlafsack nicht mehr aus, da misst man in Gedanken 9 Quadratmeter aus, kann sich aber dann doch nur sein 16 Quadratmeter Arbeitszimmer (das man mit dem Freund, einer Arecapalme und IKEA-Regalen teilt) vorstellen und versucht dann darin ein Schrankbett mit Duschklo und sich selbst zu platzieren.

Die Enge üben, das wollte ich noch.

Amiens, c’est où?

26/08/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Amiens, das ist so eine Stadt, da war ich mir nicht sicher, ob ich den Namen richtig ausspreche. Heißt es AmIEns mit der Betonung auf dem langgezogenen -IE- und dem franko-nasalen Verschlucken der nachfolgenden Buchstaben -N- und -S- oder heißt es AmieNs, mit einer harten, endgültigen Betonung auf dem -N-, das -S- unterschlagend?
Oder anders: Klingt Amiens eher wie nächtlicher Katzengesang oder wie eine toxikologische Substanz?

Tatsächlich gilt die erste Variante (wahlloses Beispiel), warum, das kann ich nicht sagen, Linguistik ist nicht mein Fach, obwohl es im Angebot der Université de Picardie Jules Verne vorhanden wäre. Jules Verne lebte übrigens etwa 35 Jahre in Amiens und starb auch dort. Sein Haus kann man besichtigen und wenn ich ganz ehrlich bin, war das der Hauptgrund, warum ich mich für Amiens und gegen Paris entschieden habe.

Für’s Erste gibt es hier einen kurzen Überblick zur Stadt und der Umgebung:

Le ghetto de la république

Amiens, das ist – soweit ich das ergoogelt habe – die Schlafstadt der Pariser Mittelstandspendler und logistisch-vorteilhafte Zweigstelle für Manpower, Goodyear, Continental & Co. In Amiens gibt es eine Notre-Dame, sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist omnipräsent, wenn man die Stadt mal im Netz sucht.

Probleme mit brennenden Autos und diverser Gewalt scheint Amiens auch zu haben. Das minimiert die 150 Kilometer nach Paris um einiges.

Amiens

Amiens im Reader’s Digest Weltatlas, Verlag Das Beste GmbH, Stuttgart 1993, S. 84. Foto von mir.

 

6 Punkte zur geografischen Orientierung

1 – Amiens ist die Hauptstadt des Départements Somme (Ordnungsnummer 80). Sie liegt in der Region Picardie, das Département ist nach dem Fluss benannt.

2 – Somme grenzt nördlich an die Départements Pas-de-Calais (62) und Nord (59), östlich an das Département Ainse (02), südlich an Oise (60) und westlich an die Seine-Maritime (76) und den Ärmelkanal (ohne Nummer).

3 – Willkommen bei den Sch’tis (original: Bienvenue chez les Ch‘tis, F 2008) spielt im Département Pas-de-Calais (ca. 80 km von Amiens entfernt).

4 – In der Region Picardie (Ainse, Oise, Somme) wird picardisch gesprochen. In Französisch-Flandern, im Artios (historische Provinz in Pas-de-Calais) und im Westen Walloniens (Belgien) nennt man den Dialekt ch’ti oder ch’timi.

5 – Vokabelbeispiele:

Bojour – Guten Tag
Comint qui va? – Wie geht´s?
Min nom ch’est … – Ich heiße…
Éj n‘ comprinds poin. – Ich verstehe nicht.
Combin qu’ ha coute ? – Was kostet das?
À l’arvoïure – Auf Wiedersehen

6 – Ch‘ ti ist eine Biermarke der Brasserie Cas’telain (Sitz in Bénifontaine, Département Pas-de-Calais).

Der Käse wird stinken und das Bier bitter schmecken. 

Der Campus der Université liegt etwas außerhalb der Innenstadt, momentan stelle ich mir die Uni vor wie den Campus in Hildesheim. Da ich während meines BA-Studiums nie in Hildesheim gelebt habe, sehe ich mein Erasmus-Semester als späte Annäherung an vergangene Zeiten.

Wo bin ich?

Du siehst dir momentan die Archive für August, 2013 auf und danach an.