Le meilleur

16/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Das beste (le meilleur): Bei klarer Novemberluft, zwischen zwei Regenschauern (am Tag davor und am Tag danach), oder zwischen zwei Kinogängen (festival du film), vor der Kathedrale sitzen, einen Apfel essen oder ein Baguette mit getrockneten Tomaten und Fetakäse. Dabei deutsche Touristen beobachten, die erst vor der Kathedrale für ein Foto posieren und danach den Bau bewundern. Die Mutter ruft: Kann man da auch rein? Die Tochter – den Stadtplan in der Hand haltend – hebt die Schultern. Neben der offenen Kirchentür befindet sich die Kathedralenboutique. Sie gehen zurerst in die Boutique, danach stehen sie lange vor der offenen Tür.

Zwischen auf alt getrimmten Neubauten: die Notre-Dame d'Amiens. Foto von mir.

Zwischen nachempfundenen Alt-Neubauten: die Notre-Dame d’Amiens. Foto von mir.

Ein Mann läuft an der Kathedrale vorbei. Er geht fest und schnell. Er trägt schwarze Turnschuhe, eine dunkle Jeans, eine Bomberjacke und keine Haare. Er ist schmal und redet mit sich selbst. Die Worte hallen über den Platz. Ich höre connards und aucune idée und putain de bordel de merde. Tout est foutu!, will ich ihm zurufen. Alles ist im Eimer. Der Satz gehört zu meinem vocabulaire ridicule. Ein Mann mit einer teuren Kamera und einer teuren Hose sieht mich an. Ich rufe nichts.

Im Kino kennen sich alle. Es sind 20 Leute gekommen, die meisten Freunde und Bekannte der beiden Regisseure, die ihre Filme (ein mittellanger Film und ein Kurzfilm) zum ersten Mal vor Publikum und innerhalb des Festivals in der Kategorie Regards Picards präsentieren. Ich sitze neben dem Hauptdarsteller des ersten Filmes und neben seinen Homies. Im Film sieht er kleiner aus als er in Wirklichkeit ist (= ein Hüne). Ich dachte, das ginge nur umgekehrt. Der Hüne lädt alle zur Preisverleihung am Abend ein, die Regisseurin des Kurzfilms (Frau heiratet Gefängnisinsassen, komödiantisch) lacht unkontrolliert, sie trägt Mokassins und läuft dem Regisseur des mittellangen Films, der mit seiner tournage die Probleme in den banlieues der Picardie darstellen wollte, nach der séance hinterher. Ich schaue mir Le Grand Kilapy (Angola/ Portugal/Brasilien, 2012) an.

Auf dem Rückweg wirkt die Kathedrale luizid. Der Mond ist rund. Wie immer, wenn ich hier in den Himmel schaue.

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