Sans mots

03/11/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Ohne Worte bereisen wir die Gegend.  Lille, Paris (PARIS!), Boulogne-sur-Mer, Calais und wieder Lille. Mein Stift liegt versteckt im Rucksack, ich fühle mich gut. Wir machen Fotos, die Familie kommt vorbei. Vertrautes stellt sich ein. Ich lese Stefan Ulrichs adjektiv- und fremdwortüberlasteten aber fröhlich-distinguierten Bericht über sein Korrespondentenjahr in Paris. Außerdem denke ich darüber nach, einen Linie-4-Text für Annett Gröschner zu schreiben – obwohl oder gerade weil die Linie 4 in Paris eine Untergrundbahn ist. Und obwohl ich nur eine Richtung bis zum Ende gefahren und ausgestiegen bin (Porte de Clignancourt). Konsequent war ich ja noch nie. Und auch nicht gut im Aphorismenmerken. Dabei bringt Paris die schönsten Aphorismen in uns hervor. Und das schlimmste Fieber. In Amiens halten wir blaue Streifen in den Park. Um 18 Uhr ist es Nacht. Ohne Worte treten wir den Rückweg an.

Lille

Boulogne-sur-Mer, Calais, Lille – Geschäftseinblicke. Fotos von mir.

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Le brouillard

07/10/2013 § 2 Kommentare

Englische Verhältnisse in Nordfrankreich. Foto von mir.

Die Straße vor Augen kaum. Nebel in Amiens Sud am Montagmorgen. Foto von mir.

Von hinten arbeitet sich die Sonne hervor, ich sitze auf der Nebelseite des Wohnheimes. Was mir die Abendsonne, ist mir auch der Nebel. Wie ein Fisch im Ozean, vielleicht auch nur ein Meer. Im Nebel ist es wie im Wald – die Begriffe hat das Märchen gepachtet. Der Nebel wird sich nicht lichten, denn der Nebel ist mein Konstrukt. Alles werde ich niederschreiben, wenn ich zurückgekehrt bin.

Ici et là

02/10/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich und meine Hausarbeit, ich und meine Hausarbeit, meine Hausarbeit und ich. Buch auf Laptop gefallen, A kaputt. Jetzt strengt das Schreiben auch noch körperlich an. Kein Neuanfang und Zeit rennt weg.

Auf den Straßen die Tauben, in den Parks die Krähen, in den Ecken gackernde Elstern. Vogelstadt, das ist Paris. Sie folgen den Joggern und diskutieren mit den Parisern auf den hellgrünen Stühlen in den jardins. Heiße Luft kommt von unten und S.D.F.ler (sans domicile fixe) von der Seite. Sie begleiten uns über Straßenzüge hinweg, mit ausgestreckter Hand. Am Ende ihres Viertels machen sie kehrt. Das ist nicht wie in Amiens, da gibt es die fünf ausgestellten Armen und das war’s. In Paris ist das anders. In Paris ist alles anders.

Philosophieren mit der Krähe im Jardin des Tuileries. Foto von mir.

Philosophieren mit der Krähe im Jardin des Tuileries. Foto von mir.

Ein starkes Gefühl der Sehnsucht – warum Amiens, warum nicht Paris? Wegen dem Geld? Wegen eingebildeter Großstadtangst (= Hang zur urbanen Hypochondrie)? Lächerlich, lächerlich von mir. Dieses Amiens mit seinen ausgedachten zones sensibles. Aber so ist das doch: Großstadt in der Käseglocke spielen wollen. Melancholische Gedanken in der Rue Mouffetard. Wir könnten hier leben. Wir können uns das vorstellen. Genervt an der Notre-Dame vorbeilaufen, weil der Platz mal wieder zugestellt wurde mit schrecklichen Tribünen und Touristen.  Den Weg zum Eiffelturm nicht kennen wollen, wenn uns ein Tourist anspricht – denn wir leben hier, das ist was anderes. In den jardins sein. Metro fahren. Die kleinen Straßen für uns haben – und in so viele Museen und Theater gehen, in so vielen Bistros Le Monde lesen und so viele petit déjeuners essen, bis wir diesen Habitus kultivierter Pariser in uns aufgenommen haben, die der „normalen“ Welt – der Welt der streunenden Touristen – überdrüssig geworden sind.

Joggende Krähe im Jardin des Tuileries. Foto von mir.

Joggende Krähe im Jardin des Tuileries. Foto von mir.

Stattdessen besuche ich Sprachkurse in einer Region, wo die Einheimischen die Wörter essen (ils mangent les mots, n’est pas?) und dann verschlucken. Ich sitze zwischen Rollenspielen – tu viens d’où? – und einem Dozenten, der sich nicht vorstellen kann, dass man Frankreich (nicht der Landesname, sondern die Regionen, Traditionen, Spezifisches) nicht kennen könnte.

Hier und da – für die Franzosen macht das keinen Unterschied, das sagt der Dozent. Tu es ici ou tu es là? Das ist ein gleiches. Man müsste es überprüfen. Soweit bin ich aber noch nicht.

Berck-sur-Mer

15/09/2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Wind ist ein alter Russe. Er reibt uns den Sand ums Gesicht, vergräbt ihn sorgfältig im Nacken, im Mund, im Ohr. Unsere Augen spielen photoshop, Vergröberungseffekt. Am Morgen denken wir an Ebbe, am Mittag vermissen wir die Flut. Vor dem Club Nautique Berckois aalen sich die Robben (les phoques) auf Sandbänken so groß wie kleine Rathausplätze. Am Ufer schlagen Kordeln gegen ungehisste Fahnenstangen. Möwen ziehen vorbei oder bleiben. Wir sinken ein in das Watt und denken an den Baron von Münchhausen, Indiana Jones und die Brautprinzessin.

Deutsche Romantik in Berck. Foto von mir.

Deutsche Romantik in Berck. Foto von mir.

Wie Beduinen ziehen wir die nordfranzösische Küste entlang. Wir sind nicht die einzigen. In den Karawanen wollen die Esel grasen, unter ihren Hufen verliert sich der Sand. Unser Lachen zieht fort bis nach Großbritannien – oder bis zu den Engländern, die in Kojen am Ufer sitzen und nach den Deutschen schauen, die ihre Schuhe um die Rucksäcke und die Kameras um ihre Hälse tragen.

Über dem Meer schneiden wir die Dünen. Dann sind wir Sandbergbesteiger und Klippenhüpfer.

Später am Tag bleiben Reste von Sand auf dem Zimmerboden, um die Augen etwas wie Küstenmüdigkeit und um die Lippen ein Lächeln.

Tag am Meer - in Berck. Foto von mir.

Tag am Meer – in Berck. Fotos von mir.

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